Meine Bucket-List für 2021 – und für mein Leben

Ein altes, verblichenes Foto zeigt Shau Chung Shin, die im Hof eines Hostels in Lhasa, der Hauptstadt Tibets, steht. Die Sonne steht hoch, die Schatten sind klein. Sie trägt einen Strohhut, ein weißes T-Shirt und lange Zöpfe. Sie hat die Arme hinter ihrem Rücken verschränkt.

Auf dem Bild oben stehe ich im Hof eines Hostels in Lhasa, der Hauptstadt Tibets. Die Sonne knallt herunter – man ist bei 3.656 m über dem Meeresspiegel näher an der Sonne dran. Das war vor 25 Jahren. Es war eine der beeindruckendsten Reisen meines Lebens, die mich daran erinnert, dass ich schon viele schöne Sachen erleben durfte.

Eine „Bucket-List“ oder, auf Deutsch, eine „Löffelliste“, ist eine Liste der Dinge, die man sich für das Leben vornimmt, bevor man „den Löffel abgibt“. Für mich ist es wie eine Wunschliste an den Weihnachtsmann. Nur dass man selbst dafür sorgt – bewusst oder unbewusst – , dass die Punkte auf der Liste irgendwann in Erfüllung gehen. Man beschenkt sich quasi selbst – wie schön!

Auf die Liste kommen Dinge, die mich schon bei dem Gedanken an sie beflügeln oder mir ein wohliges Gefühl geben. Und da die Dinge, die einem diese (oder auch andere) Gefühle geben, bei jedem unterschiedlich sind, ist es eine sehr persönliche Liste, die viel über einen aussagt: die eigene Lebenssituation, Werte und Präferenzen.

Mir wird bei der Erstellung und Betrachtung meiner Liste wieder bewusst, wie priviligiert ich lebe. Ich denke an die Menschen, die ich gesehen habe und kenne, deren Wünsche sicherlich ganz anders aussehen. Dass ich als Kind meine chinesischen Verwandten regelmäßig besucht habe und mit 15 Jahren für ein Jahr in China gelebt habe, wo ich auch viel Armut gesehen habe, hat mich sehr geprägt. Das Gefühl, dass es ungerecht ist, dass die Lebensqualität davon abhägt, wo man geboren wird, treibt mich seitdem um.

Ich habe eine Bucket-List für dieses Jahr und eine für mein ganzes Leben geschrieben. Ich checke sie im Laufe der Zeit immer wieder und aktualisiere sie, wenn ich etwas umgesetzt habe oder wenn mir etwas Neues einfällt:

Meine Bucket-List für 2021

  1. Ein Co-Design-Projekt umsetzen
    Was kann ich als Designerin zu mehr Gerechtigkeit beitragen? Indem ich Menschen Zugang zu Wissen, Kompetenzen und Chancen ermögliche. Wie muss dieser Zugang gestaltet sein? Das können mir diese Menschen selbst am besten vermitteln, indem wir diesen Zugang gemeinsam entwickeln.
  2. Viel Lachen
    Auch wenn ich manchmal dazu Alkohol brauche.
  3. Konstruktiv streiten lernen
    Bin auf dem Weg. Lebenslanges Lernen ist die Divise!
  4. Meine Pflichten positiver nehmen
    Ich überlege mir, wie ich mir die „ich muss“-Dinge angenehmer gestalten kann.
  5. Lecker essen
    Toll, dass ich es mir aussuchen kann!
  6. Wanderurlaub
    Alleine oder mit meiner Freundin Lucia. Ich freue mich schon darauf!
  7. Meine erste Aktie kaufen
    Toll, dass ich das kann und mich endlich traue!
  8. Hafermilch selbst machen
    Statt Kuh- und Sojamilch. Soll einfach, günstig und lecker sein.
  9. Ins Kino gehen
    Ich bin optimistisch. Alleine oder mit befreundeten Film-Aficionados.
  10. Regelmäßig Picknicks machen
    Toll, dass ich das kann – ich habe genug zu essen! Ich habe ein Dach über dem Kopf, ich bin gesund, habe eine Familie, die mich unterstützt …

Und meine Bucket-List für mein Leben:

  1. Eine tolle Kommunikatorin werden
    Als jemand, die noch mehr bewegen möchte, ist das sehr nützlich.
  2. Wanderurlaub in Asturien
    Leckeres Essen, Natur.
  3. Reise durch Xinjiang
    Leckeres Essen, Natur. Mein Gott, ich funktioniere so einfach.
  4. Kitesurfen
    Sport, Natur. Ist mal ein Anreiz, etwas für meine Fitness zu tun.
  5. Sag ich nicht … har-har-har
    Nicht alles hat gute Konsequenzen, wenn man es publik macht.
  6. Fit in Geldanlagen werden
    Ich fange dieses Jahr an. Den Grundstein dafür habe ich schon durch meinen Executive MBA gelegt.
  7. Angst vor Kritik loswerden
    Ich werde immer besser.
  8. Angst vor Ablehnung loswerden
    Ich werde immer besser.
  9. Für mich einstehen lernen
    Ich werde immer besser.
  10. Gemeinschaftlich wohnen
    Wer Co-Design sagt, muss auch Co-Wohnen sagen. In einem Haus voller Freunde.
  11. Eine sehr lange Langstreckenwanderung machen
    Nur beim Gehen bekomme ich intensiv etwas von der Umgebung mit. Vor kurzem habe ich von dem längsten gehbaren Weg gelesen. Gut, dass ich das aus Spaß mache und nicht aus Not machen muss.
  12. Ein Zimmer mit Hängematte haben
    Hatte mein Mann schonmal gehabt. Ein Traum! Leider halten die Wände der aktuellen Wohnung nicht stand.
  13. Genug Geld haben, um Familie und sozial und ökologische Initiativen zu unterstützen
    Habe ich schon. Noch mehr wäre schön.
  14. Eine Rede vor 200.000 Leuten halten und sie zum Lachen bringen
    Bisher waren es 20, 30?
  15. Gleitschirmfliegen
    Natur. Luxus.
  16. Viel Reisen, aber nur aus Spaß
    Nicht als Pflicht.

Fortsetzung folgt!

3 Kommentare

  1. Anne Sophie

    Also, auf deiner Bucket Liste fehlt defintiv guter Sex;-)

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